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Führen Rasta-Zöpfe zu Haarausfall?

Frankfurt am Main, 23.08.2011

KÖLN/OHIO (Biermann) – Laut einer amerikanischen Studie gibt es eine Verbindung zwischen Rasta-Zöpfen, wie man sie zum Beispiel häufig bei afroamerikanischen Frauen sieht, und irreversiblem Haarausfall.

Anhaltender Zug an den Haaren könnte eine Entzündung der Haarfollikel verursachen, was nachgewiesenermaßen zur Vernarbung führt. Grundsätzlich kann dies zu einer Variante der Glatzenbildung führen, die Fachärzte heute als zentrale zentrifugale vernarbende Alopezie bezeichnen. Früher wurde diese Art des Haarausfalls auch „hot comb alopecia“ oder follikuläres Degenerations-Syndrom genannt.

Diese Form des Haarausfalls beginnt im Scheitelbereich (Mitte) des Kopfes und breitet sich von dort weiter aus. Überraschenderweise kommt er nur bei schwarzen Frauen vor. Da es zurzeit noch keine Behandlungsansätze dafür gibt, entschieden sich die Forscher zunächst den Ursachen dieses Haarausfalls auf den Grund zu gehen. Beobachtungen aus den 1960-er Jahren deuteten darauf hin, dass das Glätten der stark gekrausten Haare schwarzer Frauen mit chemischen Glättungsmitteln oder einem heißen Kamm eine Rolle spielt, aber es wurde auch nach anderen Erklärungen gesucht.

Die neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Archives of Dermatology“ veröffentlicht wurde, basiert auf Gesundheitsfragebögen und Kopfhautuntersuchungen von 326 afroamerikanischen Frauen. Fast alle Frauen aus dieser Gruppe glätteten ihre Locken chemisch. Eine von sechs Frauen litt an dem vernarbenden Haarausfall. Mehr als die Hälfte der Frauen mit Haarausfall gaben an, dass sie lange Zeit Zöpfe oder eingeflochtene Haarverlängerungen (Extensions) getragen hatten. Ein Drittel der betroffenen Frauen litt jedoch nur an einem leichten Haarverlust.

„Das zeigt uns nur, dass es einen Trend gibt, den wir weiter untersuchen sollten“, folgerten die Autoren der Studie. Allerdings sie hinzu, dass dies nicht bedeute, dass diese Art des Haarstylings zwangsläufig mit dem Kahlwerden verbunden sei, sondern, dass es andere Ursachen geben könnte. Tatsächlich befanden sich unter den Betroffenen auch Frauen mit Typ-2-Diabetes und bakteriellen Kopfhautentzündungen.

“Wenn es eine Take-Home-Message aus dieser Studie gibt, dann die, dass die Art und Weise des Haarstyling nicht die einzige Sache ist, auf die die Ärzte achten müssen, wenn sie Patienten mit vernarbendem Haarausfall untersuchen“, erläuterten die Wissenschaftler von Cleveland-Klinik in Ohio, USA. „Doch obwohl die Untersuchungsergebnisse nicht definitiv beweisen können, dass das Haarstyling die Wurzel des Übels ist, sollten die Frauen trotzdem diese Möglichkeit in Betracht ziehen und das Haar nicht so fest flechten“, führten sie aus.

Es gibt Fälle, bei denen die Haare so fest geflochten werden, dass sogar die Einnahme von Schmerzmedikamenten erforderlich ist.

Quelle: Kyei A, Bergfeld WF, Piliang M, Summers P. Medical and Environmental Risk Factors for the Development of Central Centrifugal Cicatricial Alopecia: A Population Study. Arch Dermatol 2011 Aug; 147(8):909-914. Epub 2011 Apr 11.

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