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Warum die Haare im Alter weniger werden

Frankfurt am Main, 04.09.2014

Bei Senioren wird die Haarpracht leider in der Regel dünner – dieses Phänomen hat wohl jeder schon einmal bei seinen Mitmenschen beobachtet. Doch warum ist das so? Dieser Frage ging ein Forscherteam der University of Southern California nach.

Das Haarwachstum findet in der Haut in einem Haarfollikel statt und unterliegt auch beim Menschen einem bestimmten Zyklus bestehend aus: Wachstums- (Anagen-)-, Übergangs- (Katagen-) und Ruhe- (Telogen-)phase. In letzterer findet der natürlich vorgesehene, normale Haarausfall statt.

Vorangegangene Untersuchungen der Forschergruppe zeigten bereits, dass die Häufigkeit der Regeneration der Haare mit zunehmendem Alter bei Mäusen abnimmt und der Anteil der Haare in der Telogenphase, der Phase des normalen Haarausfalls, mit fortschreitendem Alter zunahm. Diese Veränderungen entstehen vermutlich durch ein Ungleichgewicht aktivierender und hemmender Faktoren in der Umgebung des Haarfollikels.

Ursprünglich zogen die Forscher zwei mögliche Erklärungen für die im Alter abnehmende Regeneration in Betracht: Eine Abnahme der Stammzellen, die Haarfollikel und Haar ausbilden sowie eine mit dem Alter abnehmende Aktivierung dieser Zellen. Begründet wurden diese Annahmen dadurch, dass die Mobilisierung langlebiger Stammzellen die Haarfollikel regeneriert, so dass sich der Haarfollikel erneuert und ein neues Haar gebildet werden kann.

Untersuchungen menschlicher Haarfollikel zeigten jedoch, dass diese Stammzellen auch bei altersbedingter Alopezie erhalten bleiben. Somit ist davon auszugehen, dass eine im Alter verminderte Aktivierung dieser Zellen eher durch Faktoren in der umgebenden Haut beeinflusst wird. Unterstützt wird diese Theorie auch durch die Beobachtung, dass die Haare alter Mäuse wieder zu wachsen begannen, wenn diese auf den Rücken junger Mäuse transplantiert wurden.

In experimentellen Untersuchungen konnten die Wissenschaftlicher einen körpereigenen Faktor, Follistatin genannt, identifizieren. Dieser könnte in der Lage sein, ein Ungleichgewicht der Haarwachstums-beeinflussenden Faktoren in Richtung Erneuerung der Haarfollikel zu verschieben. Weitere Untersuchungen müssen diese ersten Ergebnisse aber noch bestätigen.

Quellen: J Invest Dermatol 2014;134(8):2068-9. doi: 10.1038/jid.2014.172; J Invest Dermatol 2014;134(8):2086-96. doi: 10.1038/jid.2014.139

 

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