Home Service Meldungen

Haarpflege: Lieber nicht jeden Hype mitmachen

Frankfurt am Main, 26.05.2014

Was ist von haarverdickenden Shampoos zu halten? Und können die Haare mit Pflegemitteln wirklich vor der Hitze beim Fönen geschützt werden? Die Antworten kennt eine Expertin der American Academy of Dermatology (AAD), Prof. Dr. Nicole E. Rogers, die an der Tulane University School of Medicine in New Orleans tätig ist.

Produkte, die als „Haarverdickungsmittel“ vermarktet werden, ummanteln den Haarschaft zeitweilig mit hydrolysiertem Keratin oder Dimethicon, um die Haare dicker wirken zu lassen – an der natürlichen Haardichte können sie jedoch nichts ändern. Daher wird das Ergebnis immer nur bis zur nächsten Haarwäsche halten. Laut Dr. Rogers sind diese Produkte unbedenklich. Wer kahle Stellen oder chronischen, fortschreitenden Haarausfall aufweist, sollte sich laut Dr. Rogers unbedingt den Rat eines Dermatologen suchen.

Hitze und Hitzeschutz sollten Hand-in-Hand gehen

Die Hitze von Fön, Glätteisen oder Lockenstäben kann die Haare stark schädigen. So können „Blasenhaare“ entstehen, wenn das Wasser im Haar erhitzt wird und verdampft, so dass am Haarschaft Blasen auftreten. Das Ergebnis sind spröde Haare, die für Haarbruch und Spliss anfällig sind. Bei nassen Haaren reichen laut dem Lehrbuch „Dermatokosmetik“ Temperaturen über 100°C, bei trockenen tritt das Phänomen erst bei Temperaturen ab 175°C und längeren Einwirkzeiten (ab fünf Minuten) auf. Vermutet wird, dass in letzterem Fall das Schmelzen des Keratins zur Blasenbildung führt. Begleitend tritt ein Geruch nach verbranntem Haar auf.

Um solchen Schäden entgegen zu wirken, empfiehlt Dr. Rogers den Einsatz eines Hitzeschutz-Produktes, bevor Hitze in jedweder Form an die Haare gelassen wird. Diese aufgesprühten oder direkt aufgetragenen Produkte enthalten schützende Polymere und Silikone, die die innerste Haarschicht – die Kutikula – gegenüber der Hitze isolieren.

Um eine Überhitzung zu vermeiden, gibt es außerdem folgende Optionen:

  • Bei Fön und Glätteisen/Lockenstab sollte die unterste Temperatur-Stufe zum Einsatz kommen.
  • Die Hitze sollte möglichst wenig und möglichst kurz angewendet werden.
  • Der Abstand zwischen Fön und Kopfhaut sollte mindestens 15 cm betragen.
  • Die Haare sollten, so oft es geht, an der Luft trocknen.
  • Wer seine Haare mit Feuchtigkeitspflege behandelt, kann die Hitzeschäden optisch reduzieren, aber nicht das Haar reparieren.

„Je weniger Sie mit Ihrem Haar anstellen, umso gesunder wird es sein”, sagt Dr. Rogers. „Ich empfehle, jeglichen Gebrauch von Haarglättern zu vermeiden, da diese die Haare bei regelmäßigem Gebrauch besonders stark schädigen. Zudem ist es wichtig, dass Sie bei unerklärbarem Haarausfall oder bei Fragen dazu, welche Haarpflege-Produkte für Ihren Haartyp am besten geeignet sind, Ihren Dermatologen konsultieren.“

Quelle: American Academy of Dermatology, 21.03.2014

«Nächste Meldung 

«Zurück zur Übersicht»

 Nächste Meldung»