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Wie ergrauen die Menschen rund um den Globus?

Frankfurt am Main, 27.11.2013

In Deutschland stehen nicht allzu viele Frauen zu ihren ersten grauen Haaren, die viele im Alter von 40 bis 50 Jahren beim Blick in den Spiegel entdecken. Doch wie sieht das rund um den Globus aus? Ergrauen Menschen aller Haut- und Haarfarben etwa im gleichen Alter?

Dieser Frage gingen Forscher eines Haarfärbemittel-Herstellers vor kurzem nach. Konkret wollten sie wissen, ob die „50er Daumenregel“ gilt, die besagt, dass im Alter von 50 Jahren 50 Prozent der Bevölkerung mindestens 50 Prozent graue Haare haben – wobei der Eindruck „grau“ genau genommen dadurch entsteht, dass sich mehr und mehr weiße Haare unter die Haare mit Originalhaarfarbe mischen.

Das Team um S. Panhard beschäftigte sich mit dieser Frage, da sich zwar zahlreiche Artikel mit den biologischen Mechanismen der Pigmentierung von menschlichem Haar und dem Grau werden befasst haben, es aber nur wenige epidemiologische globale Beschreibungen sowohl der natürlichen Haarfarbe als auch des „Ergrauens“ weltweit gibt.

Die Wissenschaftler beurteilten die natürliche Haarfarbe von 4192 gesunden Männern und Frauen, wobei die Haarpracht jedes Freiwilligen mit farblich standardisierten Haarbüscheln verglichen wurde.

Wie sich zeigte, wiesen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren 75 Prozent der Untersuchten graue Haare auf, wobei die durchschnittliche Intensität der grauen Farbe bei 27 Prozent lag. Dabei waren die Männer stärker als die Frauen von grauen Haaren betroffen. Interessanterweise hingen sowohl das Alter beim Auftreten der ersten „grauen“ Haare und die Rate des Grauwerdens eindeutig mit den ethnischen oder geographischen Wurzeln der Testpersonen zusammen.

Personen mit asiatischen und afrikanischen Vorfahren zeigten im selben Alter weniger graue Haare als diejenigen kaukasischen Ursprungs („kaukasisch“ wird oft als Synonym für „weiße“ Hautfarbe benutzt). Damit stimmen die Ergebnisse mit früheren Daten überein.

Das Fazit der Wissenschaftler: Berechnet man den Prozentsatz von Menschen, die im Alter von 50 Jahren mindestens zu 50 Prozent graue Haare haben, ergibt sich global betrachtet eine Spanne zwischen sechs und 23 Prozent, je nach ethnischem/geographischem Ursprung und natürlicher Haarfarbe – und somit deutlich unter der 50er-Daumenregel.

Quelle. Br J Dermatol. 2012 Oct;167(4):865-73. doi: 10.1111/j.1365-2133.2012.11095.x.

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