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Bekommt man durch Stress graue Haare?

Frankfurt am Main, 21.01.2007

Viele Kinder haben sich schon den Vorwurf ihrer Eltern anhören müssen: "Ihr macht mir so viel Kummer, dass ich davon graue Haare bekomme." Doch gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Ärger, Stress und dem Ergrauen der Haare?

Den elterlichen Vorwurf «Ihr macht mir so viel Kummer, meine Haare werden davon grau», haben sich schon viele Kinder anhören müssen. Gibt es wirklich einen Bezug zwischen Ärger und Stress und dem Ergrauen von Haaren? «Wissenschaftlich kann man einen solchen Zusammenhang nicht nachweisen», sagt Danuta Sobczak, Fachärztin für Dermatologie an der Erich-Lexer-Klinik in Freiburg. Das Ergrauen von Haaren wird durch die Rückbildung von Melanozyten verursacht. «Diese Zellen produzieren das Pigment Melanin, das für die Färbung des Haares verantwortlich ist», sagt Sobczak. Die Melanozyten produzieren im Laufe eines Menschenlebens weniger Melanin, und dadurch können sich zunehmend graue Haare bilden. «Ab welchem Alter und in welchem Umfang jemand graue Haare bekommt, ist hauptsächlich genetisch vorgegeben», erläutert die Expertin. Wie bei anderen Alterungsprozessen des Körpers wäre es denkbar, dass man durch einen gesunden Lebensstil auch das Ergrauen der Haare hinauszögern könnte. «Die Faltenbildung der Haut ist beispielsweise auch genetisch bedingt, kann aber durch Rauchen, Sonne oder eine ungesunde Lebensweise beschleunigt werden», sagt Sobczak. Eine ähnliche Theorie zum Thema graue Haare konnte man bislang jedoch nicht belegen.

Ein anderes Phänomen, das untersucht wird, betrifft die reduzierte Durchblutung der Kopfhaut durch das bei Stress produzierte Adrenalin. «Nicht nachgewiesen ist, ob Adrenalin Auswirkungen auf das Wachstum und die Pigmentierung der Haare hat», sagt Klaus Hoffmann, Leitender Oberarzt der Hautklinik der Universität Bochum. Belegt ist, dass bestimmte Krankheiten bei einigen Menschen ein verstärktes Entfärben der Haare auslösen. «Hierzu gehören zum Beispiel Autoimmunerkrankungen und Vitamin- oder Eisenmangel», sagt Hoffmann. Häufig könne man dann die Grunderkrankung behandeln und das vorzeitige Ergrauen der Haare stoppen. Immer wieder hört man von Fällen, in denen Menschen durch ein schlimmes Erlebnis über Nacht ergraut sein sollen. «Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein plötzliches Entfärben der Haare», erläutert Hoffmann. Die betroffenen Menschen leiden an einem starken Haarausfall, von dem nur pigmentierte Haare betroffen sind. Dadurch bleiben auf dem Kopf nur die schon vorher vorhandenen grauen Haare übrig. "Diese Fälle sind extrem selten, und auch hier konnte der Zusammenhang zwischen dem Schock und dem Ausfall der Haare nicht nachgewiesen werden», sagt Sobczak.

Quelle: netdoktor.de , 12/2006

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