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Zwei Gene für Glatzenbildung bekannt

Frankfurt am Main, 07.05.2013

Fast alle jungen Männer fürchten ihn – den erblich bedingten Haarausfall. Werden sie eine Glatze bekommen wie ihr Vater oder bleiben sie verschont? Schon lange ist bekannt, dass das über die Mutter vererbte Gen für den sogenannten Androgenrezeptor bei der Glatzenbildung eine Rolle spielt. Das Androgenrezeptor-Gen liegt auf dem X-Chromosom und ist der Grund dafür, dass Männer in puncto Haarausfall häufig nach ihrem Großvater mütterlicherseits schlagen.

Doch auch Ähnlichkeiten der Haarpracht zwischen Vater und Sohn lassen sich erklären, seit Forscher ein weiteres Gen für die Glatzenbildung gefunden haben. Es ist auf dem Chromosom 20 angesiedelt und kann sowohl über den Vater als auch über die Mutter vererbt werden. Entdeckt wurde es nahezu gleichzeitig sowohl von Wissenschaftlern der Universitäten Bonn und Düsseldorf als auch von einer Arbeitsgruppe um Tim D. Spector vom Londoner King’s College.

Die Wissenschaftler aus dem Rheinland hatten das Erbgut von 296 Männern mit starkem Haarausfall und von 347 Männern ohne vorzeitigen Haarausfall genauer unter die Lupe genommen. Dazu untersuchten sie mehr als 500.000 Informationsschnipsel im Genom ihrer Probanden.

An zwei Stellen stimmte die Erbinformation bei kahlköpfigen Männern auffällig häufig überein – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die dort liegenden Gene etwas mit dem Haarverlust zu tun haben. In einer dieser auffälligen Regionen lag das Gen für den Androgen-Rezeptor, die andere Stelle war aber neu.

Darüber hinaus stellte Spectors Arbeitsgruppe fest, dass einer von sieben Männern beide Glatzen-Genvarianten besitzt, wodurch sein Risiko für Haarausfall um das Siebenfache steigt.

Quellen: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 12.10.2008;
Nature Genetics 40, 1282 - 1284 (2008), dx.doi.org/10.1038/ng.255; Nature Genetics 40, 1279 - 1281 (2008), dx.doi.org/10.1038/ng.228

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