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Wie Dopamin-haltige Medikamente zu Haarausfall beitragen können

Frankfurt am Main, 06.02.2013

Levodopa (ein Vorläufer des Nervenbotenstoffs Dopamin ) und Dopamin-Agonisten zählen zu den weit verbreiteten Medikamenten. Sie werden unter anderem bei der Parkinson-Krankheit oder beim Ausbleiben der Regelblutung eingesetzt.

Es gibt aber Berichte, denen zufolge diese Medikamente mit Haarausfall einhergehen können. Laut einer neuen Studie von Dr. Ewan A. Langan von der Universität Manchester und seinen Kollegen könnte dies daran liegen, dass Dopamin – zumindest im Reagenzglas – das Wachstum des menschlichen Haares hemmt, und zwar über die Einleitung der sogenannten Übergangsphase (Katagen).

Um dies zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, wie das Haar im Normalfall wächst. Beim Haarwachstum handelt es sich um einen zyklischen Prozess, bei dem sich die meisten Haarfollikel in der Wachstumsphase (Anagen) befinden. Diese Phase ist mit zwei bis sieben Jahren die längste.

Auf die Wachstumsphase folgt mit nur zwei bis drei Wochen die Übergangsphase (Katagen), bevor das Haar in die zwei- bis viermonatige Ruhephase (Telogen) übergeht. Am Ende dieser Phase fällt das Haar aus. Da nicht alle Follikel diesen Zyklus synchron durchlaufen, fallen pro Tag nur einige und nicht alle Haare aus.

Die im Reagenzglas gewonnenen Ergebnisse deuten nun darauf hin, dass Dopamin die Übergangsphase vorzeitig einleitet und somit bei vielen Haaren die Wachstumsphase verkürzt. Dies bietet nach Einschätzung der Wissenschaftler auch eine rationale Erklärung dafür, warum einige Frauen, die mit Dopamin-Agonisten wie Bromocriptin behandelt werden, unter verstärktem Haarausfall leiden. Dieser zeigt sich daran, dass nach dem Duschen, in der Bürste oder auf dem Kopfkissen vermehrt Haare zurückbleiben.

Die Wissenschaftler sprechen vom sogenannten Telogeneffluvium, wobei Telogen die Phase bezeichnet, in der sich das Haar befindet, und Effluvium für verstärkten Haarausfall steht. Dabei ist das natürliche Verhältnis von Haaren in der Wachstumsphase und Haaren in der Ruhephase gestört, weil zu viele Follikel gleichzeitig in die Ruhephase eingetreten sind.

Beim Telogeneffluvium fallen über den ganzen Kopf verteilt verstärkt Haare aus, ohne dass dabei Narben entstehen. Zudem lassen sie sich leicht ausreißen, da sie sich in der Ruhephase befinden.

Quelle: Br J Dermatol. 2012 Nov 23. doi: 10.1111/bjd.12113. [Epub ahead of print]; http://www.pharmawiki.ch/

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