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Saisonaler Haarausfall – ein wiederkehrendes Problem

Frankfurt am Main, 22.10.2012

Unser Haarwachstum unterliegt einem spezifischen Zyklus, der sich in einer festgelegten rhythmischen Folge ständig wiederholt. Der Haarfollikel wechselt dabei zwischen der Phase des Haarwachstums (Anagen-Phase) in die Übergangsphase (Katagen-Phase) und danach in die Ruhephase (Telogen-Phase), nach der das Haar auf natürliche Weise ausfällt. Der Haarzyklus unserer Haare ist aber nicht synchron, so dass sich jedes Haar in einer anderen Phase dieses Zyklus befindet. Das stellt sicher, dass immer ein gleichmäßiger Haarbestand vorhanden ist, und dass wir keine „Mauser“ wie im Tierreich durchmachen. Trotzdem kommt es im Herbst, aber auch im Frühjahr oft zu einem über den gesamten Kopf verteilten Haarausfall.

Mehrere Untersuchungen der vergangenen Jahre belegen, dass es diesen sogenannten saisonalen Haarausfall gibt. (1 Randall, V.A. 1991 und 2 Kunz, M. 2009)
Die Arbeitsgruppe um Randall beobachtete das Haarwachstum von 14 erwachsenen Männern im Alter von 18-39. Unter anderem stellten die Wissenschaftler damals fest, dass sich im März die höchste Anzahl an Haarfollikeln in der Wachstumsphase befand und diese Anzahl kontinuierlich bis zum niedrigsten Wert im August/ September desselben Jahres sank. Gleichzeitig war die Zahl der ausgefallenen Haare im August/ September am höchsten.

Auch die Forscher um Kunz stellten bei der Untersuchung von 823 ansonsten gesunden Frauen mit periodisch auftretendem Haarsaufall einen bestimmten Turnus des Haarsausfalls fest. Die Forscher konnten zeigen, dass sich die meisten Haarfollikel im Sommer in der Ruhephase (Telogen-Phase) befanden. Da die Haare nach circa 100 Tagen in der Ruhephase ausfallen, könnte dies den erhöhten Ausfall im Herbst erklären.

Trotz einiger Untersuchungen ist aber noch nicht vollständig geklärt, wie es zu dieser Art von Haarausfall kommt. Es gibt verschiedene Theorien, die den Einfluss der Sonnenstrahlung während des Sommers, die jahreszeitlichen Veränderungen des Melatoninspiegels oder andere hormonelle Faktoren dafür verantwortlich machen.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen aber, dass saisonal bedingter diffuser (über den gesamten Kopf verteilter) Haarausfall nur vorübergehend auftritt und nicht länger als ein paar Wochen andauert.
Liegt saisonal bedingter diffuser Haarausfall vor, können spezielle Wirkstoffe helfen, die Haarfollikel ausreichend mit Aufbaustoffen und Energie zu versorgen (z.B. durch eine fixe Wirkstoffkombination aus medizinischer Hefe, Cystin und zwei B-Vitaminen). Besteht der Haarausfall über einen längeren Zeitraum, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Quellen:
1 Randall VA et al.: Seasonal changes in human hair growth. Br J Dermatol. 1991 Feb; 124 (2): 146-51.
2 Kunz M et al.: Seasonality of hair shedding in healthy women complaining of hair loss. Dermatology. 2009; 219 (2): 105-10.