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Regeneration voll funktionsfähiger Haarbälge gelungen

Frankfurt am Main, 05.09.2012

NODA (Biermann) – Adulte Stammzellen aus Haarfollikeln (Haarbälgen) können möglicherweise eines Tages zur Anzüchtung von Haarfollikelkeimen dienen, die dann bei der chirurgischen Therapie des Haarausfalls eingesetzt werden. Darauf deutet eine japanische Studie hin, die jetzt im Wissenschaftsjournal „Nature Communications“ erschienen ist.

Das Ziel der regenerativen Medizin besteht darin, voll funktionsfähige Organe zu reproduzieren, um Organe zu ersetzen, die verlorengegangen sind oder infolge von Krankheit, Verletzung oder Alterung verloren oder geschädigt wurden.

Japanische Wissenschaftler um Koh-Ei Toyoshima von der Tokyo University of Science in Noda konnten nun zeigen, dass es möglich ist, über die Transplantation biotechnologisch gezüchteter Haarfollikelkeime für Fell und Schnurhaare die Regeneration voll funktionsfähiger Haare zu erreichen.

Die biotechnologisch erzeugten Haarfollikel fügten sich ordnungsgemäß in das Deckgewebe der Haut des Wirtes, in die sie transplantiert worden waren, ein. Zudem entwickelten sie eine Stammzellnische – das ist ein Stammzell-haltiger Bereich – sowie jene Zyklen, die jedes Haar beim Wachstum durchläuft.

Die gezüchteten Haarfollikel verbanden sich zudem mit den Nerven sowie dem Haaraufrichtemuskel und zeigten die Fähigkeit zur Ausbildung einer Gänsehaut.

Die Befunde belegten, dass biotechnologisch gezüchtete Haarfollikel die physiologischen Haarfunktionen wiederherstellen können und sich möglicherweise für Behandlungen der androgenetischer Alopezie, also des typisch männlichen Haarausfalls eignen, bilanzieren die Wissenschaftler.

Quelle: Nature Communications 2012;3(784); doi:10.1038/ncomms1784
http://www.nature.com/ncomms/journal/v3/n4/full/ncomms1784.html#/f2