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Warum werden Haare grau?

Frankfurt am Main, 14.02.2012

NEW YORK (Biermann) – Wenn sich die ersten weißen Haare zeigen, greifen Frauen oft zu Färbemitteln. Doch auch viele Männer lässt dieses offensichtliche Anzeichen des Älterwerdens nicht kalt: Einer Umfrage zufolge sorgen sich britische Männer sogar mehr um das Ergrauen als um die Aussicht auf eine Glatze.

Doch was lässt Haare eigentlich grau werden? Eine aktuelle Studie zu diesem Thema zeigt, dass ein bestimmter biologischer Signalweg namens Wnt zwischen den Zellen des Haarbalgs und den Stammzellen der farbgebenden Zellen (Melanozyten) in der Haarwurzel die Haarfarbe vorschreiben kann. Die dazu gehörige Studie ist vergangenes Jahr in der Fachzeitschrift „Cell“ erschienen.

Zum Hintergrund: Es gibt keine einzelnen grauen Haare, der Gesamteindruck „grau“ entsteht durch das Durchschimmern der ursprünglichen Haarfarbe durch die weißen, pigmentlosen Haare.

Für die Haarfarbe ist der Farbstoff Melanin zuständig, der in Pigmentzellen, den sogenannten Melanozyten, hergestellt wird. Dabei ist Eumelanin für die Töne von braun bis schwarz zuständig, Phäomelanin für blond bis rot.

„Wir wissen seit Jahrzehnten, dass Haarbalg-Stammzellen und Farbstoff-produzierende Melanozyten zusammenarbeiten, um farbige Haare zu produzieren, wie das funktioniert, war aber unbekannt”, sagte Dr. Mayumi Ito vom NYU Langone Medical Center. „Wir haben entdeckt, dass die Wnt-Signalgebung für die Zusammenarbeit dieser beiden Stammzelllinien ganz wichtig und für die Farbe der Haare entscheidend ist.“

Die Studie lässt vermuten, dass das Einwirken auf die Wnt-Signalgebung eine neue Strategie sein könnte, um dem Grauwerden entgegenzuwirken.

Anhand von Mausmodellen untersuchten die Forscher, wie die Wnt-Signalgebung bewirkt, dass die Vorläuferzellen von Haarbalgzellen und Melanozyten zusammenarbeiten, um die Haare wachsen zu lassen und ihnen Farbe zu verleihen.

Die Studie zeigte ferner, dass die Erschöpfung der Wnt-Signalgebung in Haarbalg-Stammzellen nicht nur das Nachwachsen von Haaren hemmt, sondern auch die Aktivierung der Vorläuferzellen von Melanozyten verhindert – das führt zu grauen oder weißen Haaren.

Quellen: www.cell.com/abstract/S0092-8674(11)00530-7
NYU Langone Medical Center: 14.06.2011 communications.med.nyu.edu/media-relations/news/new-research-provides-clues-why-hair-turns-gray
www.telegraph.co.uk/news/newstopics/howaboutthat/7925567/British-men-fear-going-grey-more-than-going-bald-research-claims.html

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