BERLIN (MedCon) - Wenn Frauen eine genetische Anfälligkeit (Prädisposition) für Haarausfall mitbringen, könnte es das Verhältnis zwischen weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen, Estradiol und Testosteron, sein, das darüber entscheidet, ob die Haare tatsächlich ausfallen oder nicht. Diese Hypothese stellen Forscher des Sana Gesundheitszentrums Berlin und des Instituts für Arbeitsmedizin und Sozialhygiene in der Fachzeitschrift Endocrine Regulations auf.
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen werde die androgenetische Alopezie, der erblich bedingte Haarausfall, durch die Umwandlung des Androgens Testosteron in Dihydrotestosteron im Haarfollikel verursacht, schreiben die Mediziner um die Dermatologin Dr. Bożena Riedel-Baima. Das Dihydrotestosteron schädigt die Haarfollikel.
Auch bei Frauen wird das männliche Sexualhormon Testosteron in kleinen Mengen in der Nebennierenrinde und in den Eierstöcken produziert. Doch meistens seien die Testosteronspiegel im Blut betroffener Frauen völlig normal, so die Forscher. Deshalb untersuchte Riedel-Baimas Gruppe, ob der Auslöser für den Haarausfall das Verhältnis weiblicher zu männlicher Sexualhormone sein könnte.
Sie analysierten bei 20 Frauen mit erblich bedingtem Haarausfall und neun gesunden Frauen am ersten Tag ihrer Periode die Blutserumkonzentrationen verschiedener Sexualhormone sowie des sexualhormonbindendem Globulins (ein Blutprotein).
Es stellte sich heraus, dass beide Gruppen - Frauen mit Haarausfall und gesunde Frauen - normale Konzentrationen von Androgenen (männlichen Sexualhormonen) aufwiesen. Das Verhältnis von Estradiol zu freiem Testosteron und das Verhältnis von Estradiol zu dem Steroidhormon DHEAS waren jedoch bei den Teilnehmerinnen mit Haarausfall deutlich niedriger als in der Vergleichsgruppe mit den gesunden Frauen.
Aus ihren Ergebnissen schlussfolgern die Mediziner, dass Estradiol bei genetisch anfälligen Frauen vor den Effekten von Testosteron schützt. Wenn jedoch die Konzentration an Estradiol im Verhältnis zu der von Testosteron und DHEAS sinkt, führt dies zu einem Ungleichgewicht, das die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron erleichtert.
Weshalb bei einigen Frauen die Estradiolkonzentration abfällt, während die Androgenlevel im mittleren Bereich bleiben, sei weiterhin unklar und müsse näher erforscht werden, so die Forscher abschließend.
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Letzte Änderung: 24.04.2008, 14:38 Uhr
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Stand: 24.04.2008, 14:38 Uhr
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