KÖLN (MedCon) - Wenn sich plötzlich der Schopf lichtet, kann auch eine bisher nicht diagnostizierte Grunderkrankung daran schuld sein. Betroffene sollten daher zum einen ihren Lebensstil überprüfen und zum anderen eventuelle Grunderkrankungen vom Hausarzt abklären lassen, betont die Freiburger Dermatologin Dr. Danuta Sobczak.
Funktionsstörungen der Schilddrüse sind eine solche Ursache. Die Schilddrüse, abgesehen von ihrem direkten Einfluss auf den Haarzyklus, hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel, die auch direkt oder indirekt das Haarwachstum beeinträchtigen können Der Haarausfall (Alopezie), der bei Unter- bzw. Überfunktionen der Schilddrüse auftritt, ist in aller Regel durch Einnahme von Schilddrüsenhormonen umkehrbar.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion beginnt die Alopezie meist sehr langsam. In der Haarwurzelanalyse (Trichogramm) findet man eine erhöhte Anzahl von Haaren in der Ruhephase. Eine schwere Schilddrüsenüberfunktion verursacht hingegen in etwa 50 Prozent der Fälle eine diffuse Alopezie des Haupthaares sowie eine verminderte Körperbehaarung.
Hormonumstellungen sind auch beim vermehrten Haarverlust nach einer Entbindung verantwortlich. Gelegentlich kommt es auch zu starkem Haarausfall. Bei einigen Wöchnerinnen beginnt er einige Wochen nach Geburt des Kindes, beim Gros allerdings erst nach mehreren Monaten. Beruhigend zu wissen: Es kommt nie zu einem totalen Haarverlust. Die vollständige spontane Erholung dauert allerdings bis zu einem Jahr.
Auch eine chronische Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) kann beispielsweise Haarausfall auslösen. Die Mähne wirkt strohig und schütter, die Körperbehaarung wird dünner und die Nägel brechen leicht und können deformiert sein.
Hohes Fieber kann ebenfalls Haarausfall verursachen. Wiederholte Fieberschübe haben einen größeren Effekt als ein einzelner Schub, da bei jedem Schub Follikel im jeweils empfindlichen Stadium ihres Zyklus geschädigt werden. Der Haarausfall beginnt etwa acht bis zehn Wochen nach dem ersten Fieberschub. In der Regel kommt es zu einer kompletten Rückbildung des Haarausfalls.
Und auch eine Fehl- bzw. Mangelernährung beeinflusst das Haarwachstum negativ. Am häufigsten betrifft eine Fehlernährung die Proteinkalorien, so Sobczak weiter. An Proteinmangel können selbst in einer Wohlstandsgesellschaft Menschen leiden, besonders wenn sie sich streng vegetarisch ernähren oder extreme Diäten durchmachen. Ein diätetisch bedingter Eiweißmangel kann zum vorzeitigen Eintritt einiger Follikel in die Ruhephase führen, ebenso wie ein Blutverlust.
Des Weiteren ist an Zink- und/oder Eisenmangel zu denken, selbst wenn der Hämoglobinspiegel im Normbereich liegt. Chronischer Zinkmangel bringt zudem Hautveränderungen nach etwa zwei Monaten mit sich: Es kommt zu einer Rötung und Schuppung der Haut im Bereich der Mundwinkel, später kann es auch zu einer Verringerung des Haupthaares und der Augenbrauen kommen.
Quelle:
Erstellt von MedCon aus Informationen von der Website von Dr. Danuta Sobczak, Hautärztin und Spezialistin für Haarausfall und Haartransplantation in Freiburg (http://www.hautarzt-haare.com)
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Letzte Änderung: 31.01.2008, 17:27 Uhr
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Stand: 31.01.2008, 17:27 Uhr
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