KÖLN (MedCon) – Patienten, die sich wegen Haarausfalls an ihren Hautarzt wenden, erhalten meist schnell eine Diagnose und bekommen ein Medikament verschrieben. Hinterher fühlten sie sich dann häufig unverstanden, berichtet der Psychodermatologe Prof. Dr. Uwe Gieler von der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie in Giessen in der Fachzeitschrift Kompakt Dermatologie.
Die Betroffenen hätten zwar eine Behandlungsempfehlung bekommen, fühlten sich aber mit ihrem Problem des Haarverlustes nicht angenommen. Vor allem Frauen erleben Haarverlust als Katastrophe, denn die Haare werden als Merkmal für Weiblichkeit, Schönheit, Selbstbewusstsein und sexuelle Attraktivität wahrgenommen.
Jede dritte oder vierte Betroffene hat mit deutlichen psychischen Problemen zu kämpfen. „Diese Frauen kommen mit der Veränderung nicht zurecht und reagieren mit sozialem Rückzug. Sie sind zum Teil gar nicht mehr arbeitsfähig. Das geht bis hin zur Depressivität“, erklärt Gieler.
Wichtig sei ein möglichst offener und selbstbewusster Umgang mit dem Haarausfall. Am besten legt man sich einen Satz zurecht. Wenn jemand guckt, sagt man zum Beispiel: "Du hast wahrscheinlich gerade gesehen, dass ich Haarausfall habe. Der Arzt hat gesagt, das ist…" Danach wartet man einfach ab, wie der andere reagiert.
Auch Aufklärung ist wichtig. Viele Leute denken nach wie vor, dass Haarausfall ansteckend ist oder die Folge einer Chemotherapie bei Krebs. Tatsächlich ist nur etwa ein Prozent der Haarerkrankungen infektiös. Es handelt sich dann um seltene, meist tropische Pilzkrankheit.
Quelle:
Erstellt von MedCon aus Kompakt Dermatologie, April 2007
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Letzte Änderung: 31.01.2008, 17:35 Uhr
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Stand: 31.01.2008, 17:35 Uhr
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