Haarausfall und Pille

Dass die „Pille“ (orales Kontrazeptivum) Haarausfall verursachen kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Grund dafür können bestimmte Gestagene sein, die in der Pille enthalten sind. Gestagene sind dem Schwangerschaftshormon Progesteron sehr ähnlich. Im Unterschied zum Progesteron kommen Gestagene aber nicht im menschlichen Körper vor. Künstlich hergestellte Gestagene werden in Kombination mit Östrogenen oder als Monotherapie zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Einige Gestagene, die wie männliche Hormone wirken (androgene Wirkung), können Haarausfall hervorrufen (z.B. Norethisteron, Levonorgestrel, Tibolon). Eine mögliche Besserung des Haarausfalls kann der Wechsel zu einer Pille mit geringem Gestagengehalt herbeiführen. Gestagene mit sehr niedriger androgener Teilwirkung sind Desogestrel, Gestoden oder Norgestimal.

Haarausfall nach Absetzen der Pille

Auf der anderen Seite klagen viele Frauen über Haarausfall nach dem Absetzen der Pille. Das starke Absinken der Östrogenspiegel bewirkt den plötzlichen Übertritt von Haaren im Wachstumsstadium in das Ruhe- und Ausfallsstadium. Diese Haare fallen dann typischerweise mehrere Wochen später aus. Nach einiger Zeit kommt es im Allgemeinen jedoch auch ohne Therapie zu einer Normalisierung des Haarausfalls und einem Nachwachsen der verlorenen Haare.

Bei über mehrere Monate anhaltendem oder sehr starkem Haarausfall sollte zur Sicherheit ein Hautarzt aufgesucht werden, um die Diagnose zu überprüfen und gegebenenfalls eine Therapie einzuleiten.

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