Frage des Monats

April 2017

Frage

Wie lange muss ich mit Haarausfall leben, wenn ich die Anti-Baby-Pille abgesetzt habe? Und wieviel Zeit muss vergehen, bis ich von einem erblich bedingten Haarausfall ausgehen kann?

Antwort

Schwankungen im Hormonhaushalt können diffusen Haarausfall verursachen, d.h. die Haare fallen auf der gesamten Kopfhaut vermehrt aus. Man findet mehr Haare als üblich nach der Haarwäsche im Waschbecken, nach der Dusche im Abfluss oder nach der Haarpflege in Kamm oder Bürste. Solche Effekte finden mit einer monatelangen Verzögerung statt. Also auch ein halbes Jahr nach Änderung der Hormonmedikation kann der Haarverlust dadurch bedingt sein. Das normale Zeitfenster für diffusen Haarausfall nach Stressereignissen, wie z.B. hormonellen Umstellungsreaktionen sind ca. 3-9 Monate.

Erblicher Haarausfall, der auch als anlagebedingter Haarausfall bezeichnet wird, führt zu schleichendem Haarverlust an den geschlechtshormonabhängigen Arealen. Es kommt also nicht - oder kaum - zu vermehrtem Haarausfall mit den erschreckenden Folgen bei Haarwäsche oder Haarpflege, aber im Laufe der Zeit fällt immer mehr eine Haarlichtung auf dem Kopf auf. Betroffen sind die Geheimratsecken oder die Wirbelregion, wenn es sich um das männliche Ausfallsmuster handelt, oder die Mittelscheitelregion beim weiblichen Ausfallsmuster. Beide Geschlechter können beide Muster ausprägen. Es hat auch nichts mit Verweiblichung zu tun, wenn ein Mann das weibliche Muster des anlagebedingten Haarausfalles aufweist. Verwirrend ist die Tatsache, dass bei einer Person diffuser Haarausfall und anlagebedingter Haarausfall kombiniert auftreten können. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich einen Hautarzt aufzusuchen, um Klarheit über Art und Ursache des Haarausfalles zu bekommen, denn für beide Formen des Haarverlustes gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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