Frage des Monats

Februar 2017

Frage

Wachsen Haare, die mit der Wurzel ausfallen, nicht mehr nach?

Antwort

Viele Patientinnen und Patienten haben den Eindruck, einige oder sogar fast alle Haare, die ausfallen bzw. sich leicht auszupfen lassen, würden zusammen mit der Wurzel ausgehen. In diesem Fall ist die Sorge groß, dass dieses Haar unwiderruflich verloren sei. Im Normalfall ist diese Sorge unbegründet.

In den meisten Fällen handelt es sich nämlich nicht um die Haarwurzel, sondern um die Talgdrüse, die für die Fettung des Haares zuständig ist. Diese sitzt als kleines weißliches "Fettsäckchen" am untersten Haarabschnitt und fällt manchmal mit aus. Glücklicherweise spielt das überhaupt keine Rolle. Das nächste Haar wächst trotzdem nach und bekommt auch wieder seine eigene Talgdrüse.

Eine Haarausfallform mit dauerhaftem Haarverlust ist der anlagebedingte Haarausfall, bei dem die Haare bei zumeist normaler Haarausfallsrate vermindert nachwachsen. Hierbei wird die Haarwurzel von Haarzyklus zu Haarzyklus immer kleiner, bis das Haar untergegangen ist. Bei vernarbenden Haarausfallsformen wird die Haarwurzel in der Kopfhaut durch entzündliche Prozesse zerstört. In beiden Fällen ist ein "Ausfallen der Wurzel" nicht möglich. Beim kreisrunden Haarausfall wird die Haarwurzel immunologisch gelähmt. Dieser Vorgang ist grundsätzlich jederzeit umkehrbar, auch wenn dies in einigen Fällen leider nicht passiert. Beim diffusen Haarausfall kommt es zu einer erhöhten Haarumsatzrate, wodurch vermehrt Haare ausfallen. Dies ist die Haarausfallsform, bei der auch der oben beschriebene Effekt mit der Talgdrüse auftreten kann. Diffuser Haarausfall kann je nach Ursache unterschiedlich lang anhalten.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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