August 2016

Frage

Wo kann ich meine Haare mikroskopisch untersuchen lassen? Ist das nur beim Haarspezialisten möglich?

Antwort

Eine Untersuchung der Haare im Rahmen der Diagnostik von Haarausfallsformen oder Haarwachstumsstörungen wird zumeist beim Hautarzt (Dermatologen) erfolgen. Die Untersuchung beginnt mit einem einfachen Blick auf die Kopfhaut, um das typische Verteilungsmuster des anlagebedingten Haarausfalles, z.B. Geheimratsecken zu entdecken.

Mit einem "pull-test", d.h. dem Ziehen an den Haaren, kann die Festigkeit der Haarwurzeln überprüft werden. Bei diffusem Haarausfall oder im Randbereich eines kreisrunden Haarausfalls lassen sich auf diese Art überdurchschnittliche viele Haare herausziehen.

Wenn der Verdacht auf eine Erkrankung der Kopfhaut besteht, kann eine Kopfhautbiopsie sinnvoll sein. Dies bezeichnet die Entnahme von einem meist nur 4 Millimeter durchmessenden Stückchen der Kopfhaut in örtlicher Betäubung zur anschließenden feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop.

Das Trichogramm ist eine häufig angewandte Methode, um das Ausmaß des Haarverlustes oder den Effekt von Haartherapeutika zu erfassen. Dazu wird ein Büschel Haare aus zwei Kopfhautarealen ausgezupft. Die mikroskopische Auszählung der Haarwurzeln erlaubt einen Rückschluss auf die Intensität und Art des Haarverlustes. Für ein auswertbares Trichogramm sollten mehr als 50 Haare ausgezupft werden. Für den genauen Ablauf eines Trichogramms siehe http://www.haar-ausfall.com/service/haarlexikon/trichogramm/.

Beim Phototrichogramm (z.B. TrichoScan®) werden die Haare nicht ausgezupft, sondern nur auf einem kleinen Bezirk rasiert. Über eine Computerauswertung sind zuverlässige Verlaufskontrollen und - mit Einschränkungen - Angaben zu Stärke und Art des Haarverlustes möglich. Ärzte, die sich in besonderem Maße mit dem Thema Haare auseinandersetzten, findet man im Internet unter http://www.trichocare.de/.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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