Juli 2016

Frage

Haarausfall nach der Schwangerschaft - ist das wirklich normal?

Antwort

Haarausfall kommt sowohl nach einer Schwangerschaft, als auch nach dem Absetzen der "Anti-Baby-Pille" vor. Vermutlich verursacht der hierbei erhöhte Östrogenspiegel eine Verlängerung der Haarwachstumsphase (Anagenphase). Dadurch kommt es zu einer Teilsynchronisation der Haare, die später nach der Entbindung (bzw. dem Absetzen der Medikation) mit einer Verzögerung von 1–4 Monaten gemeinsam das Ende ihrer normalen Lebenserwartung erreichen und ausfallen. Dieser Effekt hält dann mehrere Monate (6–12) an, bis die Haare wieder ihren eigenen Rhythmus gefunden haben.

Die Ausprägung des Ausfalls ist zusätzlich von weiteren Faktoren abhängig, wie z.B. Fehlernährung, Blutverlust und Stress. Wenn Haarausfall nach der Schwangerschaft ungewöhnlich heftig ist oder besonders lange andauert, sollten weitere Ursachen für diffusen Haarausfall ausgeschlossen werden, wie z.B. Eisenmangel. Zusätzlich können Aufbaupräparate für die Haarwurzel, die Cystin und B-Vitamine enthalten, wie z.B. Pantovigar®, vorübergehend eingesetzt werden.

Ein positiver Nebeneffekt: In der Spätschwangerschaft werden die Haare durch die verlängerte Anagenphase dicker, weshalb viele Frauen über eine Zunahme der Haarqualität am Ende der Schwangerschaft berichten.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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