Frage des Monats

Februar 2016

Frage

Die Kopfhaut ist gerötet und juckt und nun fallen auch noch die Haare aus! Was steckt dahinter?

Antwort

Hinter dem Symptom juckender, geröteter Kopfhaut können sich viele Diagnosen verstecken. Eine häufige Erklärung ist ein Kopfhautekzem.

Auch dies ist erstmal nur eine Sammelbezeichnung für mehrere Erkrankungen mit einem ähnlichen klinischen Bild aber unterschiedlichen Ursachen.

Für ein Kontaktekzem gibt es einen konkreten äußerlichen Auslöser, wie z.B. das Färben der Haare. Hier gilt es die Ursache zu identifizieren und gegebenenfalls einen Verdacht mittels eines sogenannten Epicutantestes (Allergietest mit Pflastern auf der Haut) zu erhärten und dann das Allergen zu meiden. Es gibt jedoch auch Ekzeme, wie z.B. das seborrhoische Ekzem, die angeboren sind und im Laufe des Lebens in unterschiedlicher Stärke zur Ausprägung kommen. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, viele Jahre oder Jahrzehnte beschwerdefrei zu sein. Ekzeme verlaufen oft schubweise und in einem solchen Schub können durch den Entzündungsprozess der Haarwurzel auch vermehrt Haare ausfallen.

Patienten klagen dementsprechend über viele lose Haare in der Bürste, im Waschbecken oder Haarsieb in der Dusche. Manchmal lösen sich auch übermäßig viele Haare, wenn man sich mit den Fingern durch das Haar fährt. Meistens ist der gesamte Kopf vom Haarausfall betroffen. Der Ausfall ist also diffus und es liegt kein Haarausfallsmuster, z. B. in Form eines gelichteten Scheitels wie beim anlagebedingten Haarausfall, vor.

Die gute Nachricht ist, dass es nach erfolgreicher Behandlung zum Nachwachsen der Haare kommt. Während das seborrhoische Ekzem mit einer Überaktivität der Talgdrüsen einhergeht ist ein anderes Ekzem, die atopische Dermatitis oder Neurodermitis mit trockener Haut vergesellschaftet. Auf der Kopfhaut können beide Erkrankungen oftmals ein ähnliches Bild verursachen. Die Therapie und insbesondere die Haarpflege unterscheiden sich jedoch wesentlich. Da es weitere juckende Kopfhauterkrankungen gibt, die u.a. auch mit Vernarbung der Kopfhaut einhergehen, wie z.B. der Lichen ruber, ist es sehr wichtig, frühzeitig eine hautärztliche Diagnose herbeizuführen, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Dr. Uwe Schwichtenberg

Zurück zur Übersicht