Frage des Monats

September 2015

Frage

Eine Olivenölmassage der Kopfhaut soll helfen, die Kopfhaut zu entgiften und somit gegen androgenetischen, kreisrunden und diffusen Haarausfall helfen. Stimmt das?

Antwort

Eine Olivenölmassage der Kopfhaut hilft Schuppen abzulösen. Sie wird daher als milde schuppenlösende Maßnahme gegen Milchschorf bei Kleinkindern empfohlen. Es gibt keine Hinweise, dass dadurch Gifte aus der Kopfhaut entfernt werden können.

Bei dem anlagebedingten oder androgenetischen Haarausfall ist der Ablauf der Verkleinerung der Haarwurzel und somit das Schwinden der Haare in den Genen vorprogrammiert. Mit Vergiftung hat das nichts zu tun. Der kreisrunde Haarausfall ist ein Autoimmunphänomen, bei dem das körpereigene Immunsystem durch einen fehlerhaften Lerneffekt die eigenen Haare abstößt. Auch hier besteht kein Zusammenhang mit Vergiftungen. Der diffuse Haarausfall kann durch unterschiedliche Auslöser verursacht werden. In seltenen Fällen z.B. auch durch Vergiftungen (Thallium, Blei...). Liegt eine solche Vergiftung vor, leidet der Betroffene jedoch nicht nur an Haarausfall, sondern auch an vielfältigen Vergiftungssymptomen an anderen Stellen des Körpers. Diese schwere Erkrankung könnte nicht einfach durch Olivenöl auf der Kopfhaut behandelt werden.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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