Frage des Monats

Januar 2015

Frage

Wie wird der androgenetische Haarausfall der Frau behandelt, wenn das Haar auch gleichzeitig diffus ausfällt?

Antwort

Der Begriff der „female alopecia“ bezeichnet die Tatsache, dass bei Frauen im Gegensatz zu Männern neben einem anlagebedingten Haarausfall mit Ausdünnung der Haarwurzeln im Scheitelbereich sehr oft auch eine diffuse Komponente vorliegt. Neben dem schleichenden Haarverlust liegt also gleichzeitig auch ein vermehrter Haarumsatz vor, der durch eine vermehrte Anzahl ausfallender Haare z.B. in der Bürste, im Waschbecken oder in der Dusche auffällt. Die Frage, die sich daraus ergibt, ist, ob eine Kombination eines Therapeutikums für anlagebedingten Haarausfall (Minoxidil) mit einem Therapeutikum für diffusen Haarausfall (medizinische Trockenhefe, B-Vitamine und Cystin) einen größeren Effekt erzielen kann als die klassische Monotherapie mit nur einem Präparat. Ein erstes Zwischenergebnis einer sogenannten „proof-of-concept“-Studie macht Hoffnung:

Die Vorteile einer kombinierten Behandlung wurden in einer multizentrischen, offenen, randomisierten Vergleichsstudie über sechs Monate gegen die Minoxidil-Monotherapie untersucht. Beobachtet wurden 61 Frauen mit androgenetischer Alopezie, die seit mindestens drei Monaten an Haarverlust litten.

Prof. Ralph M. Trüeb aus Zürich präsentierte erste Daten beim 8.World Congress for Hair Research im koreanischen Jeju Island. Das vorläufige Ergebnis nach viermonatiger Behandlung ist laut Trüeb eine hohe Effektivität und ein sehr gutes Ansprechen auf die kombinierte Therapie. Wir sind gespannt auf den Abschlussbericht und die gegebenenfalls folgenden Untersuchungen.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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