Frage des Monats

Dezember 2014

Frage

Ist der anlagebedingte Haarausfall der Frau mit dem anlagebedingten Haarausfall des Mannes identisch?

Antwort

Die ursprüngliche These lautet, anlagebedingter Haarausfall bei Frau und Mann sei das gleiche Krankheitsbild. Es gibt ein „weibliches“ Haarausfallsmuster, das etwas seltener auch bei Männern auftreten kann und umgekehrt ein „männliches“ Haarausfallsmuster, das etwas seltener auch bei Frauen auftreten kann. Das weibliche Muster bezeichnet die Ausdünnung in der Scheitelregion, das männliche die Geheimratsecken und die Wirbelregion. Der Haarausfall entsteht durch Miniaturisierung der Haarwurzeln bei unveränderter Haarausfallsrate, so dass es schleichend zum Eintreten einer Lichtung in den oben beschriebenen Arealen kommt. Neuere Ergebnisse zeigen jedoch, dass bei Frauen oftmals zusätzlich diffuser Haarausfall vorliegt. Bei diesem Krankheitsbild scheinen zusätzlich Synchronisationsprobleme im Haarzyklus eine Rolle zu spielen. Hierbei kann es sich um zwei unabhängige gleichzeitig vorliegende Krankheitsbilder handeln, die sich in ihrer Auswirkung auf dem Haupt summieren. Es gibt aber mittlerweile auch Hinweise, dass die diffuse Komponente fester Bestandteil des anlagebedingten Haarausfalls sein könnte. Zunehmend setzt sich dafür daher die Begrifflichkeit der „female alopecia“ durch.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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