Frage des Monats

September 2014

Frage

Haarausfall soll ein Anzeichen innerer Erkrankungen sein, stimmt das?

Antwort

Um diese Frage korrekt zu beantworten, gilt es zunächst, die Art des Haarausfalls zu definieren.

Für anlagebedingten Haarausfall, also die klassischen Geheimratsecken, die Ausdünnung in der Wirbel- oder der Scheitelregion, trifft dies sicher nicht zu. Dabei handelt es sich um einen vorbestimmten Ablauf, der in der Erbinformation verankert ist.

Beim vernarbenden Haarausfall liegen entzündliche Prozesse vor, die die Kopfhaut in der Nähe der Haarwurzel und die Haarwurzel zerstören. Hier gibt es seltene entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes, die auch an anderen Körperstellen und auch im Körper auftreten können. Für die Diagnose ist zumeist eine feingewebliche Untersuchung eines kleinen Hautstückchens erforderlich. Beim kreisrunden Haarausfall treten zwar häufig begleitend einige internistische Erkrankungen wie Schilddrüsenentzündungen und Zuckerkrankheit auf, sie sind jedoch nicht Ursache des Haarausfalls.

Am ehesten passt die Aussage zum diffusen Haarausfall. Offenbar lassen sich unsere Haarwurzeln von diversen Körpervorgängen „vom rechten Weg abbringen“. Die Haare fallen schneller aus. Die Patientinnen und Patienten sind sehr beunruhigt durch die Haare in der Bürste, auf dem Fußboden und auf dem Kopfkissen, eine dauerhafte Schädigung der Haarwurzeln droht jedoch nicht. Diffuser Haarausfall kann durch die unterschiedlichsten Situationen ausgelöst werden: Operationen, starke Infekte jeder Art, Diäten, Mangelsituationen. Es scheint so, als würde der Körper unter Belastungssituationen die Aufmerksamkeit von den Haarwurzeln abziehen und sich zunächst um „Wichtigeres“ kümmern. Mit Normalisierung der Situation kommt es auch wieder zur Regeneration der Haare. Das kann jedoch erheblich länger dauern als den Betroffenen lieb ist. Unterstützend kann man z.B. Kombinationspräparate mit Medizinalhefe, Cystin und B-Vitaminen einnehmen, die den Haarwurzeln geeignete Ernährungsbedingungen bieten und das gesunde Haarwachstum stimulieren können.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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