Frage des Monats

März 2014

Frage

Hängen seborrhoisches Ekzem und Haarausfall zusammen?

Antwort

Das seborrhoische Ekzem ist ein Ekzem, das mit einer Überaktivität der Talgdrüsen einhergeht. Es handelt sich um eine angeborene Neigung, von der der Körper im Laufe seines Lebens mal mehr und mal weniger Gebrauch macht. Die Aktivität der Talgdrüsen kann aber auch durch hormonelle Faktoren, z.B. einen hohen männlichen Hormonspiegel, beeinflusst werden. Der anlagebedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie) entsteht durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem körpereigenen Hormon Dihydrotestosteron (DHT). DHT wird aus seiner Vorstufe Testosteron, dem männlichen Geschlechtshormon, durch das Enzym 5α-Reduktase gebildet.

Im Normalfall ist also die einzige Gemeinsamkeit von seborrhoischem Ekzem und anlagebedingtem Haarausfall, dass beide als relativ häufige angeborene Phänomene bezeichnet werden können, die in verschiedenen Lebensphasen an Ausprägung zunehmen können.

Aber: Belastende Lebensphasen können nicht nur die Talgproduktion und damit auch die Ausprägung des seborrhoischen Ekzems steigern, sondern sie können auch diffusen Haarausfall hervorrufen. Das seborrhoische Ekzem kann z.B. mit Corticoid-Präparaten behandelt werden. Liegt diffuser Haarausfall vor, können spezielle Wirkstoffe helfen, die Haarfollikel ausreichend mit Aufbaustoffen und Energie zu versorgen (z.B. durch eine fixe Wirkstoffkombination aus medizinischer Hefe, Cystin, Keratin und B-Vitaminen). In komplexen Behandlungssituationen sollte ein(e) erfahren(r) Dermatologe(in) hinzugezogen werden.

Dr. Uwe Schwichtenberg

Zurück zur Übersicht