Frage des Monats

Januar 2014

Frage

Kopfschuppen, nur ein ästhetisches Problem?

Antwort

Kopfschuppen sind Hautzellen, die im Rahmen der Hauterneuerung von der Kopfhaut abgestoßen werden. Normalerweise sind diese nur mikroskopisch klein und man sieht sie nicht. Wenn jedoch mehrere Hautzellen verkleben, entsteht eine Schuppe, die auch mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Hier muss keine Krankheit dahinter stecken, oft reicht ein einfaches Antischuppenshampoo zur Behandlung aus.Bei hartnäckigen Schuppen ist jedoch eine hautärztliche Untersuchung anzuraten, denn die Behandlung muss dem Hauttyp angepasst sein und "Schuppen" ist nicht immer gleichbedeutend mit trockener Haut. Im Gegenteil, oft steckt ein seborrhoisches also ein überfettendes Ekzem dahinter. Ein Shampoo für empfindliche Kopfhaut wäre in diesem Fall kontraproduktiv. Wer jedoch im Gegenzug bei sehr trockener Haut, z.B. im Rahmen der Neurodermitis, ein Kopfhautekzem mit Schuppung entwickelt, wäre mit einem Anti-Schuppenshampoo schlecht beraten. Diese führen bei trockener empfindlicher Haut oft zu Reizungen der Kopfhaut und damit zur Verschlimmerung des Ekzems. Für den Betroffenen ist die Unterscheidung zwischen trockenen oder fettigen Schuppen ausgesprochen schwierig. Oft wird das spannende Gefühl in der Haut als Hinweis auf trockene Haut angesehen. Dies kann jedoch auch einfach nur durch den Entzündungsprozess entstehen. Somit kann man auch beim Überfettungsekzem ein Spannungsgefühl verspüren. Die Wahl der Haarpflegemittel ist auch sehr wichtig, wenn eine Kontaktallergie durch Haarfärbemittel oder auch -pflegemittel, im Besonderen durch Duftstoffe, vorliegt. Das oft vorgebrachte Argument, dass ein bereits verwendetes Produkt nicht schuld sein könne, da man es ja früher vertragen habe, hilft hier nicht weiter. Eine Allergie kann der Körper nämlich auch noch im Laufe des Lebens bekommen. Man kann also tatsächlich nach hundert Mal erfolgreichem Haare Färben gegen ein Haarfärbemittel allergisch werden.Auch die Schuppenflechte zeigt das Symptom "Schuppen" auf. Dabei handelt es sich um eine chronische Entzündung, die an der Haut zu einer übermäßigen Hautzellvermehrung und verdickten, schuppigen Ablagerungen führt, aber auch die Nägel und Gelenke befallen kann. Menschen mit Psoriasis benötigen eine umfassende hautärztliche Behandlung.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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