Frage des Monats

September 2012

Frage

Schadet häufiges Fönen und Glätten den Haaren?

Antwort

Das Keratin, Hauptbestandteil der Haare, ist ein Eiweiß, das in einer ganz bestimmten Form vorliegt. Diese Form wird z.B. durch Disulfidbrücken gehalten. Diese Schwefelverbindungen können durch Hitze aufbrechen. Dadurch nimmt das Eiweißmolekül eine andere Form ein, was sich auf die Form des ganzen Haares auswirkt. Beim Glätteisen ist dieser Vorgang beabsichtigt und führt zur gewollten Glättung der Haare. Jedoch ist dieser Styling-Vorgang eine hohe Belastung für das Haar. Die Haaroberfläche wird geschädigt. Im Extremfall brechen die Haare sogar ab. Es gilt hier: je höher die Temperatur und je unmittelbarer sie auf das Haar einwirkt, desto schlechtere Auswirkungen hat es auf das Haar.

Die gute Nachricht dabei ist, dass die Haarwurzel dabei keinen Schaden nimmt. Sie ist weiterhin aktiv. Das strapazierte und geschädigte Haar kann abgeschnitten werden und gesundes Haar wächst -so gelockt oder glatt wie genetisch festgelegt- nach.

Für das Fönen gilt in abgeschwächtem Maße das Gleiche. Wer den Fön etwas kälter stellt und/oder den Fön auf Abstand zu den Haaren hält, schont seine Haare.

Zusätzlich kann die hohe Temperatur auch noch Probleme an der Kopfhaut verursachen. Ein Kopfhautekzem kann durch wiederholtes Fönen mit hoher Temperatur entstehen. Es kommt zu Juckreiz und Schuppung der Kopfhaut und in der Folge evtl. sogar zu Haarausfall.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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