Frage des Monats

Juli 2012

Frage

Können falsche Pflegeprodukte zu Haarausfall führen?

Antwort

Haarausfall entsteht an der Haarwurzel. Pflegeprodukte entfalten ihre Wirkung am Haarschaft.

Haarausfall, wie z.B. der anlagebedingte Haarausfall, kann daher weder durch Haarpflegeprodukte verursacht noch gebessert werden.

Erkrankungen der Kopfhaut hingegen können Haarausfall verursachen. Ein Kopfhautekzem, bewirkt durch eine Kontaktallergie gegen Haarfärbesubstanzen oder durch einen Reizzustand infolge zu "scharfer" Haarpflegepräparate, ist sehr wohl in der Lage einen diffusen Haarausfall zu verursachen. Bei empfindlicher Kopfhaut können sogar schon Pflegefehler ein Ekzem hervorrufen. Es sollte z.B. das Shampoo vor dem Auftragen auf die Kopfhaut bereits mit etwas Wasser in der Hand verdünnt werden. Es ist wichtig, dass nach der Haarwäsche keine Shampoorückstände im Haar verbleiben.

Bei Haarausfall verbunden mit Schuppung der Kopfhaut oder Juckreiz sollte an ein Kopfhautekzem gedacht werden und ggf. eine Allergie ausgeschlossen werden. Hierzu wird ein Epicutantest durchgeführt. Substanzen, die oft in der Haarpflege eingesetzt werden, werden in Testreihen auf den Rücken geklebt und dort 24–48 Stunden belassen. Danach erfolgt die Abnahme der Testpflaster und nach weiteren 24 Stunden die Ablesung der Testreaktionen. Eine deutliche Besserung des Haarausfalls infolge eines allergischen Kontaktekzems tritt ein, wenn das Allergen vollständig gemieden wird. Auch bei anderen Ekzemen ist eine Veränderung des Pflegeverhaltens und der Wechsel auf ein schonendes Shampoo ratsam. Evtl. muss zusätzlich eine Therapie mit einer Cortisontinktur/-schaum in Betracht gezogen werden.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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