Frage des Monats

Dezember 2012

Frage

Wieso wachsen Körperhaare nicht so lange wie Kopfhaare?

Antwort

Haare unterschiedlicher Regionen haben ihre eigene Biologie. Haare der Achselregion, die Wimpern und die Genitalbehaarung sind z.B. dicker als Kopfhaare.
Auf diese Eigenschaft mussten z.B. Läuse im Rahmen der Evolution reagieren. Filzläuse sind etwas dicker, um sich an den dickeren Haaren der Genitalbehaarung festhalten zu können. Am Kopfhaar würden sie hingegen abrutschen. Dort sind die schlankeren Kopfläuse beheimatet.
Haar ist also keineswegs Haar. Dicke, Länge, Form und auch Lebensdauer sind in den Haarwurzeln spezifisch festgelegt. Daher funktionieren auch Haartransplantationen. Haare vom Hinterkopf, die beim anlagebedingten Haarausfall normalerweise nicht ausfallen, kann man z.B. in die Geheimratsecken verpflanzen. Sie nehmen dabei ihre Informationen mit und fallen dort im Gegensatz zu den ursprünglichen Haaren nicht aus.
Haarwurzeln der Körperbehaarung haben eine erheblich kürzere Wachstumsphase als Kopfhaare. Sie können daher eine geringere bzw. kürzere Gesamtlänge erreichen.
Körperbehaarung diente der Menschheit in der frühen Phase der Entwicklung vor allem zum Wärmeschutz. Mit zunehmender Jagdtätigkeit war dies wohl eher hinderlich, worauf sich die Körperbehaarung zurückentwickelt haben soll. Der im Vergleich zu früher kleine Rest an Körperbehaarung soll den Parasiten das Krabbeln auf der Haut erschweren und uns beim Erfühlen der kleinen Tierchen eine Hilfe sein.

Dr. Uwe Schwichtenberg

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