Home Fragen & Antworten Fragen zu diffusem Haarausfall Diagnostik und Trichogramm- untersuchung bei diffusem Haarausfall

Diagnostik und Trichogrammuntersuchung bei diffusem Haarausfall

Was ist ein Trichogramm und welche Hinweise können daraus ersehen werden?

Das Haarwurzelstatusanalyse (Trichogramm) ist ein Instrument des Hautarztes zur Beurteilung des aktuellen Haarausfalls, gelegentlich auch zur Diagnosefindung. Das klassische Trichogramm dient zur Charakterisierung und Quantifizierung verschiedener Haarwurzeltypen. In aller Regel werden ca. 50 Haare aus der Kopfhaut gezogen und die prozentualen Anteile der einzelnen vorliegenden Haarwurzelformen bestimmt. Anhand des Ergebnisses kann der zu erwartende Haarausfall in den nächsten Wochen und Monaten abgeschätzt werden. Die Durchführung des Trichogramms sollte deshalb am besten in der akuten Haarausfallsphase erfolgen. Ein Vergleich mit einer Phase relativ normalen Haarausfalls kann jedoch auch hilfreich sein.

Dr. C. Kunte

Mein Arzt hat bei der Trichogrammuntersuchung einen Anteil von 35% Telogenhaaren festgestellt. Was hat das zu bedeuten?

Anhand des Trichogrammergebnisses kann der zu erwartende Haarausfall in den nächsten Wochen und Monaten abgeschätzt werden. Beurteilt werden die wachsenden Haare (Anagenhaare - normal > 80 %), die Haare in der Übergangsphase (Katagenhaare - normal < 3 %), und die Haare in der Ruhe- und Ausfallsphase (Telogenhaare - normal < 20 %).

Das Trichogrammergebnis alleine deutet somit auf einen akuten und in den nächsten Wochen anhaltenden Haarausfall hin.

Bei mir wurde eine Trichogrammuntersuchung in einer Phase, in der mein Haarausfall gerade nicht sehr stark ausgeprägt war, durchgeführt.Spielt das eine Rolle?

Anhand des Ergebnisses kann der zu erwartende Haarausfall in den nächsten Wochen und Monaten abgeschätzt werden. Die Durchführung des Trichogramms sollte deshalb am besten in der akuten Haarausfallsphase erfolgen. Ein Vergleich mit einer Phase relativ normalen Haarausfalls kann jedoch auch hilfreich sein.

Eine vorbeugende Therapie kann im Einzelfall sinnvoll sein, muss jedoch vom Haarstatus und gegebenenfalls vom Trichogrammbefund abhängig gemacht werden.

Dr. C. Kunte

Mir wurde gesagt, dass eine Trichogramm-untersuchung immer nach einer Haarwaschpause von 5 Tagen erfolgen soll. Mein Arzt hat ein Trichogramm entnommen, obwohl ich die Haare am Vortag gewaschen hatte.

Das klassische Trichogramm dient zur Charakterisierung und Quantifizierung verschiedener Haarwurzeltypen. Nach alter Lehrmeinung sollten etwa 100 Haare nach 5-7 tägiger Haarwaschkarenz epiliert (herausgezogen) werden. Da das Herausziehen von 100 Haaren auf einmal sehr schmerzhaft wäre, werden in aller Regel 50 Haare entfernt und die einzelnen Haarwurzelformen bestimmt. Angegeben werden die Prozentzahlen der vorliegenden Haarwurzelformen.

Da es sich hierbei um kein hochwissenschaftliches Verfahren handelt, ist die Dauer der Haarwaschkarenz nicht so entscheidend wie die Konstanz dieser Karenz beim einzelnen Patienten bei wiederholten Trichogrammuntersuchungen, um im Verlauf konstante Untersuchungsbedingungen zu gewährleisten.

Aus Untersuchungen und Rechenbeispielen lässt sich außerdem ersehen, dass Unterschiede in der Haarwaschkarenz nur zu minimalen Veränderungen im Ergebnis der Trichogrammuntersuchung führen.

Prof. Dr. H. Wolff

In meinem Trichogrammergebnis stand etwas von dysplastischen Haaren und abgebrochenen Haaren. Was ist das?

Das Trichogramm ist eine Momentaufnahme des Haarstatus und gibt einen Anhalt über den zu erwartenden Haarausfall der nächsten Wochen und Monate. Dysplastische Haare sind Anagenhaare mit oder ohne Wurzelscheide, die Haarschäfte sind häufig heller und zum Teil dünner.

Eine hohe Zahl an abgebrochenen Haaren deutet auf eine falsche Entnahmetechnik hin: Die Haare wurden nicht in Wuchsrichtung aus der Kopfhaut gezogen, sondern geknickt und in Folge dessen sind sie dann abgebrochen. In der Regel waren abgebrochene Haare fest in der Kopfhaut verankert, so dass sie alle als gesunde Anagenhaare gewertet werden können.

Prof. Dr. H. Wolff

Bei mir wurde im Trichogramm ein hoher Anteil von dystrophischen Haaren gefunden. Ich hatte aber keine Chemotherapie oder Infektionskrankheiten. Was kann das bedeuten?

Bei einigen Untersuchern werden wurzelscheidenlose Anagenhaare im Trichogramm als ""dystrophische"" Haare gewertet. In Wirklichkeit sind es aber oft völlig gesunde, wachsende Anagenhaare, bei denen beim Herausziehen nicht wie sonst die innere Wurzelscheide am Haarschaft hängen geblieben ist.

Prof. Dr. H. Wolff

Ich leide seit längerem unter Haarausfall. Kann hier eine Haarmineral-Analyse sinnvoll sein?

Zunächst einmal ist die Abklärung der Ursache des Haarausfalls wichtig, bevor eine gezielte Therapie eingeleitet werden kann.

Haaranalysen sind hierfür jedoch nicht der richtige Weg und zumeist auch noch sehr teuer. Haaranalysen sind derzeit nur zum Nachweis von Drogen im Haar (siehe Fall Daum), oder in Ausnahmefällen auch von Schwermetallen im Haar (z. B. Quecksilber beim Goldabbau) sinnvoll. Dies ist auch nur in Gerichtsmedizinischen Instituten unter standardisierten Bedingungen möglich, und nicht über den Postweg.

Dr. C. Kunte

Gibt es irgendwo eine Liste mit Arztpraxen oder Kliniken, die Haaruntersuchungen mittels "TrichoScan" durchführen?

Beim TrichoScan handelt es sich um eine neuartige Methode, mit der das Haarwachstum beurteilt werden kann. Man kann die Haarzahl, Haardicke und den Anteil wachsender und nicht wachsender Haare bestimmen. Somit lässt sich die Effektivität einer Behandlung besonders gut beurteilen. Da es sich um eine relativ neuartige Methode handelt, die Anschaffungskosten der Geräte und der speziellen Software hoch sind und das Verfahren aufwendig ist, verfügen nur sehr wenige Hautärzte über die Möglichkeit einer Untersuchung des Haarwachstums mit dem TrichoScan.

Weiterführende Informationen zum TrichoScan gibt es unter www.trichoscan.com. Dort ist auch eine Liste der für das TrichoScan-Verfahren zertifizierten Ärzte abrufbar.

Dr. C. Kunte

Wo erhalte ich eine gute Haarexpertenempfehlung im Internet?

Hilfreich zur Klärung von Haarausfall und anderen Haarproblemen kann der Besuch einer Haarsprechstunde in spezialisierten Fachkliniken in Deutschland sein. Eine Übersicht, welche Kliniken Haarsprechstunden anbieten, finden Sie hier

Dr. J. Meyer

Ein Trichogramm hat ergeben, dass ich keine androgenetische Alopezie habe. Wie verlässlich ist diese Aussage?

Das Trichogramm ist als diagnostisches Instrument zur Differenzierung einer androgenetischen Alopezie von anderen Formen des Haarausfalls nur sehr bedingt einsetzbar. Entscheidender ist das klinische Erscheinungsbild, die Lokalisation des verstärkt wahrgenommenen Haarverlustes und die Verteilung einer Haarlichtung. Mit Hilfe des Trichogramms lässt sich die Stärke des aktuellen Haarverlustes einschätzen.

Dr. C. Kunte

Im TrichoScan wurde bei mir ein Bereich an der Seite des Kopfes untersucht. Da dieser Bereich nicht von der Alopezia Androgenica betroffen ist, frage ich mich, wie aussagegekräftig das Ergebnis ist.

Eine TrichoScan-Untersuchung erfasst die Haarparameter während einer Therapie. Es sollte daher auch in den Zonen gemessen werden, in denen der Haarverlust stattfindet.

Prof. R. Hoffmann