Home Fragen & Antworten Fragen zu diffusem Haarausfall Dauerhaft oder saisonal bedinger Haarausfall

Dauerhaft oder saisonal bedingter Haarausfall

Tritt der jahreszeitliche Haarausfall immer im Frühling und im Herbst auf ? Bei mir ist es von Juni bis Dezember, ist das nicht zu lang?

Die Arbeitsgruppe um den französischen Wissenschaftler Courtois haben 1996 in der renommierten Zeitschrift British Journal of Dermatology eine Arbeit zu diesem Thema veröffentlicht. Bei zehn Männern wurde über einen Zeitraum zwischen 8 bis 14 Jahren regelmäßig an der selben Stelle des Kopfes der Anteil der Haare in der Ruhephase (Telogen) mittels Phototrichogramm bestimmt. Eine jahreszeitliche Periodik des Anteils der Haare in dieser Phase konnte bestimmt werden. Wobei im Spätsommer und Herbst der Anteil der bald ausfallenden Telogen-Haare am höchsten war. Bei einigen konnte auch ein zweiter Gipfel, dann meist im Frühjahr, registriert werden. Die Intensität des jahreszeitlich verstärkten Haarverlustes war individuell stark unterschiedlich. Für die herbstliche "Mauser" scheint die Intensität der Sonnenbestrahlung in den Sommermonaten eine Rolle zu spielen. Je intensiver diese ist, desto stärker der Haarverlust. Der Haarverlust, der sich bei Ihnen von Juni bis Dezember erstreckt, scheint für diesen jahreszeitlichen Haarwechsel etwas lang zu sein. Der jahreszeitlich verstärkte Haarverlust sollte üblicherweise nicht länger als wenige Wochen dauern.

Dr. C. Kunte

Wieviel Haare können in der "Mauser" pro Tag ausfallen? Wie ist das bei anderen Ursachen von Haarausfall?

Üblicherweise ist ein Verlust von bis zu 100 Haaren pro Tag als normal einzustufen. Kurzfristig können auch deutlich mehr Haare ausfallen, ohne dass dies gleich als krankhaft eingestuft werden muss. Eine genaue Zahl für einen "normalen" Haarverlust während der "Mauser" gibt es nicht. Der Haarzyklus ist ein langsam reagierendes System mit einem 3-6 Jahre langen Wachstumsstadium (Anagen), einem anschließendem wenige Wochen dauernden Übergangsstadium (Katagen) und anschließend einem 2-4 Monate dauernden Ruhestadium (Telogen). Einflüsse wie Hormonumstellungen, Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen oder Infekte führen in der Regel zu einem gleichzeitigen Übertritt vieler Haare aus dem Anagen ins Katagen und dann ins Telogen. Am Ende des Telogen, also nach 2-4 Monaten, fallen die Haare dann aus. Diffuser Haarverlust kann z.B. plötzlich 3-4 Monate nach einer Geburt oder nach schweren Infekten eintreten. Meist ist der Beginn des diffusen Haarverlustes jedoch schleichend. Bemerkt wird dieser aber häufig erst nach einiger Zeit, so dass der Beginn vermeintlich spontan ist.

Dr. C. Kunte