Üblicherweise ist ein Verlust von bis zu 100 Haaren pro Tag als normal einzustufen. Kurzfristig können auch deutlich mehr Haare ausfallen, ohne dass dies gleich als krankhaft eingestuft werden muss. Eine genaue Zahl für einen "normalen" Haarverlust während der "Mauser" gibt es nicht. Der Haarzyklus ist ein langsam reagierendes System mit einem 3-6 Jahre langen Wachstumsstadium (Anagen), einem anschließendem wenige Wochen dauernden Übergangsstadium (Katagen) und anschließend einem 2-4 Monate dauernden Ruhestadium (Telogen). Einflüsse wie Hormonumstellungen, Eisenmangel, Schilddrüsenstörungen oder Infekte führen in der Regel zu einem gleichzeitigen Übertritt vieler Haare aus dem Anagen ins Katagen und dann ins Telogen. Am Ende des Telogen, also nach 2-4 Monaten, fallen die Haare dann aus. Diffuser Haarverlust kann z.B. plötzlich 3-4 Monate nach einer Geburt oder nach schweren Infekten eintreten. Meist ist der Beginn des diffusen Haarverlustes jedoch schleichend. Bemerkt wird dieser aber häufig erst nach einiger Zeit, so dass der Beginn vermeintlich spontan ist.
Dr. C. Kunte