Home Fragen & Antworten Fragen zu diffusem Haarausfall Diffuser Haarausfall - andere Ursachen

Diffuser Haarausfall - andere Ursachen

Ich hatte im Sommer einen Sonnenbrand an der Kopfhaut und beobachte nun Haarausfall. Besteht hier ein Zusammenhang?

Allgemein bekannt ist verstärkter Haarausfall im Herbst. Vermutet wird ein Einfluss der verstärkten Sonnenbestrahlung des Kopfes und der Kopfhaut im Sommer. Die Sonnenexposition bewirkt einen verstärkten Übertritt von wachsenden Haaren (Anagenstadium) in die Ruhephase (Telogen). Diese Haare fallen dann typischerweise nach 3-4 Monaten aus.

Ein Zusammenhang zwischen dem Sonnenbrand und dem verstärkt beobachteten Haarausfall scheint somit möglich. Üblicherweise wachsen die ausgefallenen Haare wieder nach.

Dr. C. Kunte

Können Haarfärbemittel bei dauerhafter Anwendung tatsächlich nicht Haarausfall verursachen?

Bei richtiger Anwendung der Haarfärbemittel ist Haarverlust nicht zu befürchten.

Prof. Dr. H. Wolff

Kann Haarausfall durch Schwimmen in chlorhaltigem Wasser und Tragen einer engen Badekappe resultieren? Ist tägliches Haarewaschen dann zusätzlich schädlich?

Die Haare müssen vor Wasser oder Chlorwasser wie in Schwimmbädern nicht speziell geschützt werden. Nur bei sehr lang wachsenden Haaren kann über die jahrelangen Einflüsse von Chlor-, Salzwasser, Haarkosmetik oder intensiver Sonnenexposition eine Sprödigkeit der Haare mit Haarspliss resultieren. Haarausfall wird weder durch Chlorwasser noch durch eng anliegende Bademützen beschleunigt. Die beim Abziehen der Bademütze schmerzlos ausgehenden Haare befinden sich ohnehin in der Ausfallsphase (Telogenphase) und würden spontan einige Tage später ausfallen. Tägliches Haarewaschen ist bei Verwendung milder Shampoos nicht unbedingt schädlich. Falls Ihre Haare jedoch nicht stark nachfetten, genügt es nach dem Schwimmen, das Chlorwasser ohne Shampoo aus den Haaren zu waschen, so dass auf tägliches Haarewaschen verzichtet werden kann.

Dr. C. Kunte

Was raten sie Patienten, die durch Haarausfall psychisch sehr belastet sind?

Zunächst sollte zur Abklärung des Haarverlustes eine für Haarerkrankungen kompetente Sprechstunde aufgesucht werden (Haarsprechstunde). Nach Diagnosestellung kann dann eine spezifische Therapie eingeleitet werden. Übrigens ist vielen Frauen schon geholfen, dass sie wissen, nicht alleine betroffen zu sein, was viele denken. Der androgenetische Haarverlust bei Frauen tritt wesentlich häufiger auf als allgemein angenommen. Bis zu 20 % der bis 40-jährigen Frauen und 30- 59 % der über 50-jährigen Frauen können betroffen sein. Bei trotzdem bestehender starker psychischer Belastung kann auf Wunsch eine psychologische Betreuung durchaus sinnvoll sein.

Dr. C. Kunte